Vor dem Hintergrund knapper werdender fossiler Ressourcen, Klimaschutzverpflichtungen, Versorgungssicherheit und einer
gebotenen Diversifizierung im Bereich der Energieversorgung erhält die Nutzung von Biomasse immer
größere Bedeutung. Ein grundlegendes Problem ist hierbei die energiewirtschaftliche Integration von Biomasse.
Biomasse fällt in der Fläche verteilt an und wird meist lokal zur Energieerzeugung genutzt. Speziell die
Biogaserzeugung zeichnete sich bisher durch eine vorwiegend lokale Verwertung von landwirtschaftlichen
Rückständen, wie z.B. Gülle aus.
Dies bleibt nicht ohne Folgen: den Kosten kleiner, oft unwirtschaftlicher Anlagen steht nur ein geringer
ökonomischer Nutzen gegenüber, vorhandene Biomassepotenziale werden nicht ausreichend ausgeschöpft;
entstehende Abwärme kann kaum genutzt werden und führt zu einer niedrigeren Effizienz hinsichtlich der
energetischen Wirkungsgrade.
Abhilfe könnte die Umwandlung von Biomasse in Biogas zum Zweck der Einspeisung in die vorhandenen Erdgasnetze
schaffen.
Die Verteilung des aufbereiteten Biogases über das bundesweite Erdgasnetz hat zahlreiche Vorteile: örtliche
Nachfragedisparitäten könnten überwunden werden, das Biomethan kann z.B. hocheffizient in modernen
Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen genutzt werden, neue Nutzungsrouten, vor allem im Verkehrssektor und im Bereich der
Privathaushalte, können erschlossen werden.
Mit der Ausweitung des Nutzungsspektrums von Biogas wird so ein bedeutender Beitrag zu den nationalen Klimaschutzzielen
geleistet.